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DIHK-Report zu Unternehmensnachfolge 2012

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Mit dem DIHK-REPORT ZUR UNTERNEHMENSNACHFOLGE 2012 legt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag eine Einschätzung der IHK-Organisation zur Nachfolgesituation im deutschen Mittelstand vor. Grundlage für die DIHK-Aussagen sind Erfahrungsberichte der IHK-Berater zur Unternehmensnachfolge der 80 Industrie- und Handelskammern (IHKs) sowie eine statistische Auswertung des IHK-Service zur Unternehmensnachfolge.

Insgesamt fußt der DIHK-Report zur Unternehmensnachfolge 2012 auf über 20.000 Kontakten von IHK-Experten mit Senior-Unternehmern und Existenzgründern, die an der Übernahme eines Unternehmens interessiert sind.

DIHK-Report zur Unternehmensnachfolge 2012 – Schlaglichter

  • Diskussion um Erbschaftsteuer verunsichert. Im Mittelstand hat die Sorge vor einer hohen Erbschaftsteuerbelastung stark zugenommen. Dazu beigetragen haben die verstärkten Diskussionen der Oppositionsparteien, die Verschonung des Betriebsvermögens ganz oder teilweise zurückzunehmen, wenn es zum Erbschaftsfall kommt. Bei einer weiteren Verschärfung sehen derzeit rund ein Viertel der Senior-Unternehmer (26 Prozent) und Existenzgründer (24 Prozent) die Unternehmensnachfolge konkret gefährdet. Im Jahr 2011 waren es mit 18 Prozent der Senior-Unternehmer und 19 Prozent der Existenzgründer noch deutlich weniger.
  • Unternehmer und Nachfolger – es wird schwieriger. Neben der demografischen Entwicklung erschweren Qualifikationsmängel und die Unterschätzung des komplexen Nachfolgeprozesses das Zusammenfinden von Senior-Unternehmern und Existenzgründern. 39 Prozent der Senior-Unternehmer finden nach IHK-Erfahrungen keinen passenden Nachfolger, 2008 waren es 35 Prozent. Unter den potenziellen Existenzgründern ist es mittlerweile sogar jeder zweite, der kein passendes Unternehmen findet – nach 32 Prozent vor vier Jahren. Viele Nachfolgeinteressierte haben nicht die zum Unternehmen passende Qualifikation oder unterschätzen die hohen Herausforderungen an die Übernahme eines Betriebes.
  • Finanzierung größtes Hemmnis für Existenzgründer. 56 Prozent der Existenzgründer haben Schwierigkeiten, die Finanzierung der Betriebsübernahme zu stemmen. Positive Entwicklungen sehen die IHKs bei der Finanzierung mit Beteiligungskapital und Unternehmerdarlehen. Die Fremdkapitalfinanzierung wird jedoch angesichts der Maßnahmen zur Stabilisierung der Finanzmärkte wie Basel III und Solvency II schwieriger.
  • Kein Notfallkoffer: Spiel mit dem Feuer. Gerade 30 Prozent der Unternehmer hatten 2011 die für die reibungslose Geschäftsfortführung wichtigsten Unterlagen griffbereit für eine Vertrauensperson zusammengestellt. 70 Prozent verfügen über keinen Notfallkoffer – eine große Gefahr für die Fortführung des Betriebes im Ernstfall. Und: Gerade 24 Prozent derjenigen Unternehmer, die über Notfallkoffer verfügen, halten diesen auch aktuell.
  • Wieder mehr IHK-Beratungen zur Unternehmensnachfolge. 16 Prozent mehr Unternehmer als im Vorjahr haben sich im Jahr 2011 mit Fragen zur Unternehmensnachfolge an ihre IHK gewandt. Nach sehr bewegten Geschäftsjahren ist die Nachfolgefrage in etwas ruhigeren Zeiten wieder stärker im Bewusstsein der Unternehmer. Insgesamt haben die IHKs fast 4.700 Unternehmerinnen und Unternehmer bei der Suche nach einem Nachfolger und bei der Betriebsübergabe begleitet. Die Zahl der von den IHKs beratenen übernahmeinteressierten Existenzgründer blieb mit ca. 6.400 in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Insgesamt erkundigten sich im Jahr 2011 mehr als 20.000 Senior-Unternehmer und Existenzgründer bei ihrer IHK zur Unternehmensnachfolge in Seminaren, Nachfolgetagen oder in der persönlichen Beratung.

(Quelle: DIHK, Deutscher Industrie- und Handelskammertag)

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