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KfW-Förderung bietet Stabilität im schwierigen Finanz- und Wirtschaftsumfeld

KfW steigert Förderung

Die KfW Bankengruppe hat im Jahr 2012 ein Gesamtfördervolumen von 73,4 Mrd. EUR erzielt. Nach einem Volumen von 70,4 Mrd. EUR im Vorjahr bleibt sie auf einem moderaten und langfristig qualitativen Wachstumskurs. Die KfW hat im Jahr 2012 Finanzierungszusagen an Unternehmen, Kommunen und Privatpersonen in Deutschland in Höhe von 50,6 Mrd. EUR gemacht (2011: 50,9 Mrd. EUR). Die Förderung des Mittelstands im Inland konnte um fast 2 Mrd. EUR (+7 %) deutlich zulegen (2012: 24,1 Mrd.; 2011: 22,4 Mrd. EUR). Der Anteil der Mittelstandsfinanzierung im Inland ist von 44 % auf 48 % gestiegen.

„Das Förderergebnis der KfW im Jahr 2012 zeigt, dass die KfW für die deutschen Unternehmen, Privatpersonen und Kommu-nen Stabilität im schwierigen Finanz- und Wirtschaftsumfeld bietet. Dies spiegelt insbesondere die gestiegene Nachfrage nach KfW-Finanzierungen von Unternehmen sowie die Rekordnachfrage nach Program-men für Energieeffizientes Bauen und Sanieren wider. Allein letztere schafften und sicherten im Jahr 2012 gleichzeitig rund 370.000 Arbeitsplätze“, sagte der Vorstandsvorsitzende der KfW Bankengruppe. Dr. Ulrich Schröder bei der Jahresauftakt-Pressekonferenz am Mittwoch in Frankfurt am Main.

Einen Schwerpunkt der Fördertätigkeit bildete im Jahr 2012 neben der Mittelstandsförderung der Umwelt- und Klimaschutz. Die KfW-Gesamtzusagen für diesen Bereich sind im Jahr 2012 von 22,8 Mrd. EUR auf 29,2 Mrd. EUR deutlich gestiegen (+ 28 %). Sie machen einen Anteil von 40 % am gesamten Fördervolumen aus (2011: 32 %).

Diese Quote soll auch 2013 zwischen 35 % und 40 % betragen. Sie spiegelt die Fokussierung der KfW-Förderung auf die Finanzierung von Maßnahmen gegen den Klimawandel und zugunsten des Umwelt- und Ressourcenschutzes wider.

Um für die veränderten Anforderungen durch die Banken- und Finanzkrise wie die wachsende Nachfrage nach langfristigen Krediten, die neuen Kundenbedürfnisse und die regulatorischen Veränderungen verantwortlich vorbereitet zu sein, setzt die KfW ihren Modernisierungsprozess fort. Sie treibt die stärkere Fokussierung des Förderangebots betreffend gesellschaftlich relevante Entwicklungen und eine kontinuierliche Verbesserung der Förderqualität voran. Parallel verfolgt sie eine noch stärkere Orientierung an den Erwartungen und Bedürfnissen der Kunden und Vertriebspartner. Insbesondere arbeitet die KfW an umfassenden Projekten zur Verbesserung der Kundenorientierung wie der Produkttransparenz, der Internetfähigkeit von Förderkrediten sowie der Beschleunigung und Standardisierung von Prozessen der Kreditvergabe.

„Damit die KfW ihren Förderauftrag auch in Zukunft effektiv erfüllen und aus reichende Finanzierungen für Mittelständler, Haussanierer, Studenten, Kommunen sowie die ausländischen Geschäftspartner und Partnerländer bereitstellen kann, sichern wir die Zukunftsfähigkeit unseres bewährten Geschäftsmodells. Basierend auf dem Durchleitungsprinzip wollen wir durch eine konsequente Orientierung an den Kundenbedürfnissen die Wirksamkeit unserer eingesetzten Fördermittel erhöhen“, sagte Dr. Schröder.

Förderergebnisse der Geschäftsbereiche im Einzelnen

Das Neugeschäftsvolumen erreichte im Geschäftsbereich KfW Mittelstandsbank 24,1 Mrd. EUR (2011: 22,4 Mrd. EUR). Im Bereich Gründung und allgemeine Unternehmensfinanzierung ist das Zusagevolumen von 9,4 auf 11,1 Mrd. EUR kräftig gewachsen. Maßgeblich relevant war dafür die hohe Nachfrage im KfW-Unternehmerkredit. Einen ebenfalls deutlichen Zusageanstieg auf 12,0 Mrd. EUR verzeichnet das Förderfeld Umwelt (2011: 10,8 Mrd. EUR). Insbesondere hat sich das KfW-Programm Erneuerbare Energien mit 7,9 Mrd. EUR (2011: 7,0 Mrd. EUR) positiv entwickelt. Erfreulich ist zudem die Zusageentwicklung für die Finanzierung von Energieeffizienzvorhaben: das Fördervolumen stieg von 2,8 Mrd. EUR auf 3,6 Mrd. EUR.

(Quelle: KfW Bankengruppe)

DIW-Konjunktur-Barometer: Deutsche Wirtschaft nimmt wieder Fahrt auf

Konjunktur-Barometer: Deutsche Wirtschaft nimmt wieder Fahrt auf

Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) weist für das erste Vierteljahr des laufenden Jahres ein Plus von 0,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Damit beschleunigt sich die wirtschaftliche Entwicklung deutlich gegenüber dem Schlussquartal des vergangenen Jahres, für das das DIW-Konjunkturbarometer mit einem Minus von 0,4 Prozent einen etwas stärkeren Rückgang der Wirtschaftsleistung signalisiert als im Dezember. „Die konjunkturelle Flaute dürfte nur kurz sein“, kommentiert DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner die aktuelle Entwicklung. „Durch die Beruhigung der Krise im Euroraum hat sich die Stimmung in den Unternehmen seit einigen Monaten spürbar verbessert.“

Die kräftigere wirtschaftliche Entwicklung rührt vor allem aus einer Belebung der wirtschaftlichen Entwicklung in den Schwellenländern. Allerdings kommt die Trendwende nur allmählich im produzierenden Gewerbe an: Im November wurde kaum mehr als im Oktober produziert.  „Für die Zukunft sind die Unternehmen aber deutlich zuversichtlicher“, sagt Fichtner. „Sobald die Auslandsnachfrage wieder zulegt – das dürfte ab Frühjahr mehr und mehr zu spüren sein – werden die Unternehmen auch wieder kräftig investieren.“ Für ein baldiges Anziehen der Exportdynamik spricht die deutliche Verbesserung der Exporterwartungen.

Bleibende Schäden am Arbeitsmarkt dürfte die konjunkturelle Schwäche im Winterhalbjahr nach Einschätzung der Berliner Konjunkturforscher kaum hinterlassen. „Der Arbeitsmarkt wird sich in diesem Umfeld zwar leicht eintrüben, in einigen Monaten dürfte die Beschäftigung aber bereits wieder steigen“, so DIW-Konjunkturexperte Simon Junker. „Bei anhaltend kräftigen Lohnsteigerungen wird der private Verbrauch deutlich zum Wachstum beitragen.“

(Quelle: DIW, Berlin)

Konjunktur: Konsumklima legt leicht zu

Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für Deutschland für Januar 2013

Nürnberg, 29. Januar 2013 – Die deutschen Verbraucher starten mit neuem Optimismus in das Jahr 2013. Die Einkommenserwartung sowie die Anschaffungsneigung legen spürbar zu. Auch die Konjunkturaussichten werden im Vergleich zum Vormonat weniger pessimistisch beurteilt. Für Februar 2013 prognostiziert der Gesamtindikator 5,8 Punkte nach revidiert 5,7 Punkten im Januar.

Die momentan ruhige Lage an den Finanzmärkten stimmt die deutschen Konsumenten zu Beginn des Jahres 2013 offenbar wieder zuversichtlicher. Trotz eines wirtschaftlich auch für Deutschland schwierigen vierten Quartals 2012 gehen die Konsumenten davon aus, dass sich die Konjunktur im weiteren Verlauf dieses Jahres wieder etwas beleben wird. Da die Staatsschuldenkrise derzeit in den Medien weitgehend ohne negative Schlagzeilen auskommt, treten bei den deutschen Verbrauchern wieder die guten inländischen Rahmenbedingungen in den Vordergrund. Der Arbeitsmarkt ist stabil, die Inflation moderat. Folglich steigen sowohl die Einkommenserwartung wie auch die Konsumneigung deutlich. Insgesamt gesehen verbessert sich das Konsumklima damit wieder etwas.

Konjunkturerwartung: moderate Zuwächse

Nach den leichten Einbußen zum Jahresende 2012 legen die Konjunkturaussichten im Januar 2013 wieder zu. Mit einem Plus von 6,6 Zählern werden die Verluste aus dem Vormonat mehr als kompensiert. Aktuell weist der Indikator damit -11,3 Punkte auf.

Die Konjunkturerwartung hat somit in vier der letzten fünf Monate an Wert gewonnen. Der Abwärtstrend des Indikators scheint somit gestoppt. Die Hoffnungen auf einen Wendepunkt werden immer realistischer. Die deutsche Wirtschaft dürfte sich – nach einer schwierigeren Phase im aktuellen Winterhalbjahr – in der Folge wieder stabilisieren.

Trotz der schweren Rezession in weiten Teilen des Euroraums ist die deutsche Wirtschaft im vergangenen Jahr weiter gewachsen, wenn auch deutlich verhaltener als 2011. Nach ersten vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes konnte demnach das Bruttoinlandsprodukt um 0,7 Prozent zulegen. Dabei entwickelte sich das zweite Halbjahr 2012 deutlicher schwächer als die ersten sechs Monate.

Auch die Unternehmen gehen davon aus, dass sich die Konjunktur in Deutschland im Verlauf dieses Jahres stabilisieren wird. Dies belegt auch die Entwicklung des ifo-Geschäftsklimaindex, der im Januar zum dritten Mal in Folge zulegt.

Einkommenserwartung: deutliche Verbesserung

Nach den leichten Zuwächsen im Dezember 2012 legt die Einkommensstimmung im Januar noch einmal deutlich zu. Mit einem Plus von knapp 15 Punkten erreicht der Indikator aktuell 36 Zähler. Einen höheren Wert zeigte er zuletzt vor einem halben Jahr – im Juli 2012. Auch im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum steht ein kleines Plus zu Buche.

Trotz der gegenwärtigen konjunkturellen Abkühlung gehen die Bundesbürger weiter davon aus, dass ihre Einkommen in den nächsten Monaten steigen werden. Wesentlicher Grund für den Optimismus ist die Annahme, dass sich die Beschäftigung in Deutschland auch in diesem Jahr stabil entwickeln wird. Im vergangenen Jahr waren nach ersten Angaben des Statistischen Bundesamtes durchschnittlich 41,6 Millionen Personen erwerbstätig, ein Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das ist der höchste Wert, den es in der Bundesrepublik bisher gegeben hat. Auch die Inflation wird 2013 vermutlich moderat ausfallen, was die Kaufkraft der Einkommen stärken wird.

Anschaffungsneigung: im Sog der Einkommenserwartung

Im Sog der spürbar gestiegenen Einkommensaussichten wollen die Verbraucher derzeit zunehmend in werthaltige Güter investieren. Mit einem Plus von 15,2 Zählern werden die Verluste aus dem Vormonat in Höhe von gut 9 Punkten mehr als ausgeglichen. Aktuell weist der Indikator 35,3 Punkte auf.

Neben der stabilen Beschäftigungslage, die bei den Konsumenten gerade bei größeren Anschaffungen für eine hohe Planungssicherheit sorgt, dürfte vor allem die nach wie vor auf niedrigem Niveau befindliche Sparneigung die Konsumlaune stützen. Trotz der augenblicklichen Ruhe auf den internationalen Finanzmärkten ist das Vertrauen in den Finanzsektor bei den Verbrauchern noch nicht wiederhergestellt. Außerdem liegt das Zinsniveau in Deutschland weiterhin deutlich unterhalb der Inflationsrate. Deshalb halten es die Konsumenten für ratsam, ihre finanziellen Mittel tendenziell eher in werthaltige Anschaffungen zu investieren als sie auf die hohe Kante zu legen.

Konsumklima: legt wieder zu

Der Gesamtindikator prognostiziert für Februar 2013 einen Wert von 5,8 Punkten nach revidiert 5,7 Zählern im Januar. Damit gewinnt das Konsumklima zum ersten Mal nach drei Monaten wieder leicht an Wert.

Nach den ersten Schätzungen des Statistischen Bundesamtes haben sich die realen privaten Konsumausgaben im vergangenen Jahr um 0,8 Prozent erhöht. Damit hat sich die Prognose der GfK von Anfang 2012, die von etwa einem Prozent Zuwachs ausging, weitgehend bestätigt.

Sollten diese Zahlen Bestand haben, hat der private Konsum in Deutschland die Konjunktur maßgeblich gestützt. Steigende Beschäftigung und damit einhergehend steigende Realeinkommen der Beschäftigten haben maßgeblich dazu beigetragen, dass ein Abgleiten der deutschen Wirtschaft in die Rezession vermieden werden konnte. Damit sich die für den Konsum positive Entwicklung auch in diesem Jahr fortsetzen kann, sind zwei Faktoren entscheidend: Der Arbeitsmarkt muss stabil bleiben. Und die Schuldenkrise im Euroraum muss weiter an Dramatik verlieren. Die Bemühungen, die Haushalte in den europäischen Staaten weiter zu konsolidieren, müssen energisch vorangetrieben werden. Sollte die Schuldenkrise entgegen allen Erwartungen in diesem Jahr jedoch weiter eskalieren, steht auch der Binnenkonjunktur ein sehr schwieriges Jahr bevor.

Die Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie „GfK-Konsumklima MAXX“ und basieren auf monatlich rund 2.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt werden. In diesem Report werden die Indikatoren grafisch aufbereitet, prognostiziert und ausführlich kommentiert. Darüber hinaus finden sich darin auch Informationen über die Ausgabevorhaben der Verbraucher für 20 Bereiche der Gebrauchsgüter-, Verbrauchsgüter- und Dienstleistungsmärkte. Die GfK-Konsumklimastudie wird seit 1980 erhoben.

(Quelle: GfK, www.gfk.com)

ifo Geschäftsklimaindex steigt erneut

Der ifo Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands ist das dritte Mal in Folge gestiegen. Die aktuelle Geschäftslage wird nach einem Rückgang im Vormonat wieder etwas positiver beurteilt. Zudem haben sich die Aussichten auf die kommende Geschäftsentwicklung erneut deutlich verbessert. Die deutsche Wirtschaft startet hoffnungsvoll ins neue Jahr.

Im Verarbeitenden Gewerbe hat sich der Anstieg des Geschäftsklimaindikators weiter fortgesetzt. Die Industriefirmen sind mit ihrer aktuellen Geschäftslage zufriedener als im Vormonat. Die Erholung der Erwartungen bezüglich des weiteren Geschäftsverlaufs hat sich im neuen Jahr fortgesetzt. Der Optimismus kehrt zurück. Auch die Kapazitätsauslastung ist nach drei Rückgängen in Folge wieder gestiegen.

Im Großhandel hat sich das Geschäftsklima hingegen eingetrübt. Die Großhändler sind mit ihrer aktuellen Lage weniger zufrieden und blicken zudem etwas pessimistischer auf den weiteren Geschäftsverlauf. Im Einzelhandel ist der Geschäftsklimaindex geringfügig gestiegen. Dies ist auf eine minimal bessere Einschätzung der Geschäftslage zurückzuführen, während die Erwartungen der Unternehmen unverändert sind.

Im Bauhauptgewerbe ist der Geschäftsklimaindex deutlich gestiegen. Dies ist vor allem auf erheblich optimistischere Erwartungen zurückzuführen, die zuletzt im März 2012 dieses hohe Niveau erreichten. Auch die Einschätzung der aktuellen Lage verbesserte sich.

Hans-Werner Sinn
Präsident des ifo Instituts

(Quelle: ifo Institut)

 

Legende

Das ifo Geschäftsklima basiert auf ca. 7.000 monatlichen Meldungen von Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, des Großhandels und des Einzelhandels. Die Unternehmen werden gebeten, ihre gegenwärtige Geschäftslage zu beurteilen und ihre Erwartungenfür die nächsten sechs Monate mitzuteilen. Sie können ihre Lage mit „gut“, „befriedigend“ oder „schlecht“ und ihre Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monaten als „günstiger“, „gleich bleibend“ oder „ungünstiger“ kennzeichnen. Der Saldowert der gegenwärtigen Geschäftslage ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten „gut“ und „schlecht“, der Saldowert der Erwartungen ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten „günstiger“ und „ungünstiger“. Das Geschäftsklima ist ein transformierter Mittelwert aus den Salden der Geschäftslage und der Erwartungen. Zur Berechnung derIndexwerte werden die transformierten Salden jeweils auf den Durchschnitt des Jahres 2005 normiert.

Deutsche Wirtschaft bald wieder auf Wachstumskurs

Im Jahr 2012 ist die deutsche Wirtschaft um 0,7 Prozent gewachsen, wie das Statistische Bundesamt heute mitgeteilt hat. „Das ständige Aufflammen der Krise im Euroraum – zunächst im Sommer 2011 und dann wieder im Sommer vergangenen Jahres – hat das Wachstum der deutschen Wirtschaft belastet“, erläutert Ferdinand Fichtner, Konjunkturchef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), das magere Plus. Wegen der hohen Unsicherheit haben sich die Unternehmen mit Investitionen zurückgehalten, und auch die deutschen Exporte wurden durch die schwache Nachfrage aus den Krisenländern gedämpft.

Allerdings ebbt die Unsicherheit nach Einschätzung des DIW Berlin mittlerweile deutlich ab und die Weltkonjunktur zieht allmählich an. „Seit Mitte vergangenen Jahres hat es die Politik geschafft, die Unsicherheit in Europa etwas in den Griff zu bekommen“, bewertet Fichtner die politischen Bemühungen um eine Stabilisierung der Finanzmärkte insgesamt positiv. „In den letzten Wochen und Monaten wurden zwar keine großen Fortschritte mehr gemacht. Trotzdem sind die Bedingungen für die wirtschaftliche Entwicklung in diesem Jahr besser als 2012.“ Wegen der niedrigen Zinsen dürften die Unternehmen kräftig investieren, und auch die Lage auf dem Arbeitsmarkt wird nach Einschätzung der Berliner Konjunkturforscher insgesamt robust bleiben; zudem steigen die Löhne weiter kräftig, was insgesamt zu einem dynamischen privaten Verbrauch führt. „Nach einem schwachen Winterhalbjahr dürfte die deutsche Wirtschaft also bald spürbar Fahrt aufnehmen“, fasst Fichtner die insgesamt günstigen Aussichten zusammen.

(Quelle: DIW Berlin)

Konjuktur steigt wieder

Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland sind im Januar 2013 um 24,6 Punkte gestiegen und stehen nun bei 31,5 Punkten. Dies ist der höchste Wert des Indikators seit Mai 2010.

Der erneute Anstieg der Konjunkturerwartungen zeigt, dass sich nach Auffassung der Finanzmarktexperten die konjunkturellen Perspektiven für Deutschland auf Halbjahressicht verbessert haben. Hierzu dürfte beigetragen haben, dass sich die Unsicherheit der Märkte bezüglich der Zukunft der Eurozone vorerst reduziert hat.

„Die Finanzmarktexperten verbinden mit der verbesserten Stimmung an den Finanzmärkten offenbar die Hoffnung, dass die Unternehmen zurückgestellte Investitionen nunmehr doch durchführen. Allerdings wird die konjunkturelle Ausgangslage bei wichtigen Handelspartnern nach wie vor zurecht schwach eingeschätzt. Dies lässt erwarten, dass die deutsche Wirtschaft im Jahr 2013 weiterhin moderat wachsen wird,“ kommentiert ZEW-Präsident Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang Franz.

Die Bewertung der aktuellen konjunkturellen Lage für Deutschland ist im Januar auf vergleichbarem Niveau wie im Vormonat. Der entsprechende Indikator steigt um 1,4 Punkte und notiert nun bei 7,1 Punkten.

Die Konjunkturerwartungen für die Eurozone sind im Januar ebenfalls deutlich gestiegen. Der entsprechende Indikator steigt um 23,6 Punkte gegenüber dem Vormonat und liegt nun bei 31,2 Punkten. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Euroraum hat sich im Januar leicht verbessert und befindet sich nun bei minus 75,3 Punkten (plus 4,6 Punkte zum Vormonat).

(Quelle: Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH, ZEW)

ifo Geschäftsklimaindex erneut gestiegen

Der ifo Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands ist erneut gestiegen. Die Firmen bewerten ihre aktuelle Lage zwar etwas weniger günstig als im Vormonat. Jedoch hat der Pessimismus bezüglich der weiteren Geschäftsentwicklung deutlich abgenommen. Die Unternehmen sind in froher weihnachtlicher Erwartung.

Im Verarbeitenden Gewerbe hat sich das Geschäftsklima weiter aufgehellt. Zwar schätzen die befragten Industriefirmen ihre Lage etwas ungünstiger ein als im Vormonat, doch blicken sie deutlich optimistischer auf die Entwicklung in den kommenden sechs Monaten. Die Geschäftserwartungen verzeichneten den stärksten Anstieg seit August 2009. Auch die Erwartungen an das Exportgeschäft sind erneut gestiegen.

In den beiden Handelsstufen hat sich der Geschäftsklimaindikator abgeschwächt. Im Groß- wie imEinzelhandel sind die befragten Unternehmer weniger zufrieden mit ihrer aktuellen Geschäftslage und etwas skeptischer mit Blick auf den weiteren Geschäftsverlauf.

Im Bauhauptgewerbe setzte sich der Anstieg des Geschäftsklimaindex im Dezember fort. Während die befragten Baufirmen die aktuelle Lage zurückhaltender beurteilen als noch vor einem Monat, sind sie bezüglich ihrer Geschäftsentwicklung im nächsten halben Jahr deutlich optimistischer.

 

(Quelle: ifo Institut, München)

Industrielle Entwicklung: Deutschland expandiert kräftig, Frankreich verliert den Anschluss

Die Staaten in der EU driften bei der Wettbewerbsfähigkeit auseinander, wie sich an der Industrie-Entwicklung in den beiden größten Mitgliedsstaaten – Deutschland und Frankreich – zeigt.  Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Während die deutsche Industrie ihre Stellung innerhalb der Volkswirtschaft gut behaupten konnte und der Trend hin zu den Dienstleistungen gestoppt ist, gab es in Frankreich im vergangenen Jahrzehnt eine rasante De-Industrialisierung. „Die Position der entwickelten Staaten im internationalen Wettbewerb hängt entscheidend von der Industrie ab. Und in Frankreich ist der Grad der Industrialisierung inzwischen geringer als in Ostdeutschland“, sagt DIW-Experte Karl Brenke. Die Gründe dafür: „Frankreichs Industrie erzeugt zu wenige Investitions- und forschungsintensive Güter, und die Löhne sind zu rasch gestiegen.“

Gerade noch zehn Prozent der Wertschöpfung der Wirtschaft in Frankreich entfallen auf die Industrie. In Deutschland sind es dagegen 23 Prozent und damit etwas mehr vor zehn Jahren; in Ostdeutschland sind es 16%. Auch je Einwohner gerechnet ist die Industrieproduktion in den neuen Bundesländern höher als in Frankreich. Bei der Produktstruktur unterscheiden sich die beiden Länder erheblich. Die französische Industrie ist stark auf die Herstellung von Vorprodukten und Konsumgütern – insbesondere Nahrungsmitteln – ausgerichtet. Maschinen- und Kraftfahrzeugbau sowie forschungsintensive Produkte haben traditionell eine geringere Bedeutung als in Deutschland und zuletzt weitere Anteile verloren. Besonders schwach verlief die Industrieproduktion in Frankreich seit Mitte der letzten Dekade; am damaligen weltweiten Aufschwung hat sie kaum teilgenommen, und vom Einbruch infolge der Finanzkrise konnte sie sich – anders als die Industrie in Deutschland – bis heute nicht erholen. Die Industrieproduktion entwickelte sich in nahezu Branchen in Frankreich schwächer als in Deutschland. Aufgrund ihrer Wettbewerbsfähigkeit konnte die deutsche Industrie in den letzten Jahren auch kräftig auf den Auslandsmärkten expandieren. Frankreichs Exportindustrie trägt dagegen – zusammen mit Großbritannien – beim Exportwachstum das Schlusslicht in Europa.

Das Auseinanderdriften bei der Wettbewerbsfähigkeit der beiden Kernländer, aber auch zwischen anderen Staaten in Mitteleuropa oder etwa Italien, stellt eine wachsende Gefahr für die Eurozone dar. Da es keine Wechselkursmechanismen mehr gibt, muss zur Vermeidung von Spannungen innerhalb der Gemeinschaft ein Gleichlauf bei der Lohnentwicklung hergestellt werden. „Das bedeutet, dass die Löhne in Frankreich in den nächsten Jahren hinter dem Produktivitätsanstieg zurückbleiben müssen, eine Kürzung würde jedoch zu einer Rezession führen. In Deutschland sollten hingegen die Löhne stärker steigen“, erläutert Brenke. Die Verteilungsspielräume dafür seien vorhanden, denn in Deutschland sind die Industrielöhne im letzten Jahrzehnt hinter der Produktivitätssteigerung zurückgeblieben.

(Quelle: DIW Berlin)

Gründung in Deutschland – Gründungsmonitor 2012

Im Jahr 2011 haben 835.000 Personen eine selbstständige Tätigkeit begonnen, 101.000 weniger als im Jahr zuvor. Der Rückgang ist vor allem auf eine geringere Zahl von Nebenerwerbsgründern zurückzuführen (-18 % auf 443.000 Personen), während die Zahl der Vollerwerbsgründer mit 392.000 Personen nahezu konstant blieb.
Der Rückgang der Gründungsaktivität ist zum einen das Resultat der guten Arbeitsmarktlage, sodass weniger Personen den Druck verspürten, den Schritt in die Selbstständigkeit zu gehen. Zum anderen war der Sog der zwar positiven, jedoch in der zweiten Jahreshälfte deutlich nachlassenden gesamtwirtschaftlichen Nachfrageentwicklung auf die Umsetzung von Gründungsplänen nicht mehr so stark wie im Jahr zuvor. Im Vollerwerb wurden diese dämpfenden Einflüsse durch die zum Jahresende in Kraft getretene Änderung des Gründungszuschusses kompensiert, die Gründer aus der Arbeitslosigkeit dazu bewegte, ihre Gründungsvorhaben noch im Jahr 2011 umzusetzen, um die günstigeren alten Förderbedingungen zu nutzen.
Die Prognosen für das Jahr 2012 gehen von einer schwächeren Konjunktur aus. Wir erwarten aktuell nur noch ein Wachstum von 1,2 % nach 3,1 % im Jahr 2011. Zudem wird die Entspannung am Arbeitsmarkt deutlich geringer als im Vorjahr ausfallen. In der Summe würden diese Effekte zu einer Seitwärtsbewegung bei der Gründerzahl führen. Allerdings werden sie vom stark dämpfenden Einfluss der restriktiveren Ausgestaltung des Gründungszuschusses durch die Bundesagentur für Arbeit überlagert. Insgesamt ist deshalb ein Rückgang der Gründungsaktivität im Jahr 2012 zu erwarten.
Im Bundesländervergleich weisen nach wie vor die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen die höchsten Gründerquoten auf. In diesen Ballungsräumen treffen große lokale Absatzmärkte und ein großes, vielfältig qualifiziertes Arbeitskräfteangebot aufeinander. Beide Faktoren wirken sich stimulierend auf die Gründungstätigkeit aus.
Von neu gegründeten Unternehmen gingen im Jahr 2011 mit rund 453.000 Vollzeitstellen (VZÄ) positive Effekte auf den Arbeitsmarkt aus, wenn auch in einem deutlich (-22 %) geringeren Umfang (129.000 VZÄ weniger) als im Jahr zuvor. Die geringere Gründungstätigkeit und der geringere Bedarf der Gründer an Arbeitskräften waren Ursachen dafür. Die Beschäftigungseffekte entfallen im Durchschnitt der Jahre 2008–2011 zu 55 % auf die Gründer selbst und zu 45 % auf die angestellten Mitarbeiter.
Der Anteil der Gründer, deren Hauptmotiv die Umsetzung einer Geschäftsidee ist und die von Anfang an Mitarbeiter beschäftigen – so genannte Entrepreneure – an allen Gründern ist relativ gering und liegt im Durchschnitt der Jahre 2008–2011 bei rund 14 %. Entrepreneure starten häufiger in Gründerteams, haben häufiger Managementerfahrung und setzen größere finanzielle Ressourcen ein. Ihre Gründungen sind im Vergleich zu den Projekten der so genannten Self-Employed bestandsfester. Self-Employed sind Gründer, die aufgrund fehlender Erwerbsalternativen oder anderer, nicht auf die Realisierung einer Geschäftsidee basierenden Motivationen ihre Selbstständigkeit starten und keine Mitarbeiter beschäftigen. Während nach 36 Monaten noch 83 % der Entrepreneur- Projekte am Markt sind, sind es von den Projekten der Self-Employed nur 71 %.
(Quelle: KfW)

Unternehmen Städte-Ranking – München top, Berlin abgeschlagen

Wenn es um die Wirtschaft geht, kann Berlin im Deutschlandvergleich weiterhin nicht mithalten. München, Stuttgart und Münster laufen allen das Wasser ab. Magdeburg setzt zur Aufholjagd an.

Trotz einer wachsenden Gründerszene und viel Zuwanderung bleibt Berlin bei der Wirtschaftslage eines der Schlusslichter in Deutschland. Die Hauptstadt landet in einer jüngsten Rangliste der 50 größten Städte bei der Wirtschaftslage auf Platz 47. In dem Vergleich des Magazins „Wirtschaftswoche“ und der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft liegt Berlin damit zwischen Halle und Duisburg. Gründe sind unter anderem die hohe Arbeitslosigkeit und die hohe Kriminalitätsrate.

Die ersten Plätze in dem Ranking belegen München, Stuttgart und Münster. Schlusslicht ist Gelsenkirchen. Magdeburg holt am schnellsten auf und gewinnt die Dynamik-Wertung für die Jahre 2006 bis 2011. Hier erreicht Berlin immerhin Platz neun.

Wissenschaftler der IW Consult, einer Tochtergesellschaft des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, werteten für die 50 größten Städte rund 90 sozio-ökonomische Faktoren von Einkommen bis Kriminalität aus. Sie erstellten zwei Ranglisten: zum wirtschaftlichen Niveau und zur jüngsten Entwicklung.

Berliner Problemkieze hinken hinterher

Berlin profitiert auf der einen Seite von zahlreichen Firmengründungen. In diesem Bereich steht die Hauptstadt so gut da wie München. Zusätzliche Arbeitsplätze entstehen, viele junge Menschen ziehen nach Berlin. Die Zahl der Besucher und Touristen ist ebenfalls rapide gewachsen.

Gleichzeitig leidet die Stadt unter anhaltend hoher Arbeitslosigkeit, der höchsten Zahl von Hartz-IV-Empfängern und einer überdurchschnittlichen Kriminalitätsrate. „Trotz der guten Arbeitsmarktdynamik gelingt es in Berlin offenbar nicht, Milieus mit verfestigter Arbeitslosigkeit und Sozialproblematik an die Aufwärtsentwicklung heranzuführen“, stellt die Studie fest. Auch die hohe Zahl der Straftaten verweise auf ungelöste soziale Probleme. Nur jedes zweite Unternehmen in Berlin beantwortete die Frage „Fühlen Sie sich in Ihrer Stadt sicher?“ positiv. Schlecht schnitt Berlin auch bei der Wirtschaftsfreundlichkeit und dem Kostenbewusstsein der Verwaltung ab.

Die Studie resümiert: „Damit Berlin insgesamt vom Tabellenende wegkommt, muss es seine Sozialproblematik wirksamer anpacken. Dazu gehört immer auch ein gutes Wirtschaftsklima, damit Unternehmen das schaffen, was Berlin am dringendsten braucht: Arbeitsplätze.“

Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft bekommt ihr Geld nach eigenen Angaben von den Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektro-Industrie. Als ihr Ziel nennt sie die konsequente wettbewerbliche Ausrichtung der Wirtschafts- und Sozialordnung.

(Quelle: dpa, N24)