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Start-ups in Deutschland

Der Bestand an innovations- oder wachstumsorientierten jungen Unternehmen in Deutschland hat sich stabilisiert. Nach den Anstiegen in den Jahren 2017 und 2018 verharrt die Zahl der Start-ups im Jahr 2019 bei 70.000. Wie sich die Corona-Krise auf die Zahl der Start-ups 2020 auswirken wird, ist unsicher. Einerseits wird es mehr Unternehmensschließungen geben. Andererseits gibt es gründungsseitig Anlass zur Hoffnung: Internetbasierte und digitale Geschäftsmodelle rücken durch Corona stärker in den Fokus, was die Zahl der Start-ups stützen dürfte. Ob der Zuwachs durch neue Start-ups die Schließungen im Bestand überkompensieren wird, bleibt abzuwarten. Zur Finanzierung ihres künftigen Wachstums wollen ein Fünftel der Start-up-Gründerinnen und -Gründer (19%) auf Venture Capital zurückgreifen. Das sind doppelt so viele wie noch 2018 (9 %). Der Wunsch nach VC steigt also. Das hängt auch mit einer gestiegenen Verfügbarkeit von Wagniskapital zusammen, denn: Eine bessere VC-Verfügbarkeit hat einen positiven Effekt auf die Gründung von Start-ups.


Corona-Krise rückt Start-ups stärker in den Fokus

Start-ups sind von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung, da diese innovations- oder wachstumsorientierten jungen Unternehmen ein wichtiges Erneuerungs- und Beschäftigungspotenzial in sich tragen. Durch die Corona-Krise droht die Gefahr, eine ganze Start-up Generation zu verlieren. Start-ups sind deshalb auf der wirtschaftspolitischen Agenda höher gerutscht, wie die schnelle Entscheidung für Start-up-Hilfen zeigt.

Vor der Corona-Krise hat sich die Zahl der Start-ups – also der innovations- oder wachstumsorientierten jungen Unternehmen – in Deutschland stabilisiert. Nach den Anstiegen in den Jahren 2017 und 2018 verharrt die Zahl der Start-ups im Jahr 2019 bei 70.000. Der Ausbruch der Corona-Krise ließ für Start-ups zunächst Schlimmes befürchten. So gingen viele Start-ups im Frühsommer davon aus, dass sie aufgrund der Umsatzeinbrüche das Jahr nicht überstehen würden. Auch platzte so manche sicher geglaubte Finanzierung. Aktuell hat sich die Lage zwar insgesamt eher entspannt. Trotzdem wird es krisenbedingt mehr Unternehmensschließungen geben. Auch Venture Capital-Investoren erwarten eine höhere Ausfallquote in ihren Portfolios.

Gründungsseitig sah es zunächst auch nicht gut aus. Viele Gründungspläne wurden krisenbedingt auf Eis gelegt. Zwar wird es durch die höhere Arbeitslosigkeit zu mehr Notgründungen kommen, durch das erhöhte und verlängerte Kurzarbeitergeld aber weniger stark als erwartet. Die Zurückhaltung bei Chancengründungen wird deshalb wohl nicht durch mehr Notgründungen wettgemacht werden. Allerdings sind Notgründungen seltener innovations- oder wachstumsorientiert, sie sind also für die Zahl der Start-ups ohnehin weniger relevant – internetbasierte und digitale Gründungen dagegen schon. Mit dem Corona-Gebot des Abstand haltens rücken solche Geschäftsmodelle stärker in den Fokus von Gründerinnen und Gründern. Weil internetbasierte und digitale Gründungen auch häufiger Startup-Merkmale aufweisen, dürfte der Anteil von Gründungen mit Start-up-Merkmalen steigen. Ob der Zuwachs durch neue Start-ups die Schließungen im Bestand überkompensieren wird, ist aber noch unsicher.

(Quelle: Kfw.de)

Venture Capital investiert

Beteiligungsgesellschaften sind „institutionelle Investoren“ deren Geschäftszweck es ist, Finanzmittel zu beschaffen, damit Beteiligungen an Unternehmen eingegangen und die Beteiligungen nach eingetretenem Innovations- oder Wachstumserfolg mit Wertsteigerung wieder verkauft werden können. Häufig sind VC-Gesellschaften auf Beteiligungen an Start-ups spezialisiert. Für die Abwicklung des Prozesses (Fundraising / Investment / Exit) werden typischerweise temporär eigene Vehikel gegründet (VC-Fonds). Die Fondsmittel werden in mehrere Start-ups investiert, um das hohe Risiko zumindest etwas zu streuen. Ein bis zwei sehr erfolgreiche Beteiligungen können somit unabhängig von der Entwicklung der anderen Fondsbeteiligungen, idealerweise eine überdurchschnittliche Fondsrendite sichern. VC-Fonds investieren je nach Größe und Schwerpunkt, häufig ab einer Investitionssumme von mehreren 100.000 EUR.

Die häufigste Entscheidung für Venture Capital in Deutschland fiel auf folgende Bereiche:

Mobile Apps                 45,7%

E-Commerce                37,7%

FinTech                        18,5%

Cloud Computing          13,6%

Artificial Intelligence      12,8%

Health Tech                   8,6%

Big Data                         3,1%

IoT                                 2,6%

Clean Technology           2,5%

Manufacturing                2,2%

Electric/Hybric Vehicles   2,0%

(Quelle: Kfw.de)