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Guter Start in 2018

Kleine und mittlere Unternehmen starten euphorisch ins Jahr 2018

 

Der deutsche Mittelstand startet in allerbester Laune in das Jahr 2018: Das Geschäftsklima der kleinen und mittleren Unternehmen erhöht sich im Januar um 0,3 Zähler auf 30,9 Saldenpunkte. Damit kommt es seinem Rekordstand aus dem vergangenen November (31,2 Saldenpunkte) wieder sehr nahe. Ausschlaggebend für die aktuelle Stimmungsverbesserung ist allein die Bewertung der aktuellen Geschäftslage: Die Mittelständler beurteilen diese zu Jahresbeginn so positiv wie nie seit Beginn der gesamtdeutschen Befragungen im Jahr 1991 (+2,4 Zähler auf 46,3 Saldenpunkte). Die Erwartungen an die künftigen Geschäfte fallen hingegen etwas zurück (-1,5 Zähler auf 16,0 Saldenpunkte). Gleichwohl geht noch immer eine deutliche Mehrheit der Firmen von einer weiteren Verbesserung der Geschäfte bis mindestens zum Sommer aus.

 

„Dem deutschen Mittelstand gelingt ein ausgezeichneter Start ins Jahr 2018“, sagt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW. „Die Konjunkturdynamik wird nicht nur über den Winter verlässlich hoch bleiben, auch die Aussichten für den weiteren Verlauf des neuen Jahres sind alles in allem sehr gut. Das Realwachstum dürfte 2018 ähnlich kräftig ausfallen wie im vergangenen Jahr.“ Für eine künftige Regierung könne der Rückenwind kaum günstiger sein, um Deutschland und – zusammen mit Frankreich und den anderen europäischen Partnern – auch die EU langfristig auf ein stabiles Fundamt zu stellen.

 

(Quelle: KfW-ifo-Mittelstandsbarometer)

 

Mittelstand schafft Arbeitsplätze

Im Jahr 2015 wurde mit 516.600 neuen Ausbildungsverträgen ein Negativrekord verzeichnet: Nie haben in Deutschland weniger junge Menschen eine Ausbildung aufgenommen. Sinkende Schülerzahlen und ein anhaltender Trend zur akademischen Bildung wirken sich aus. Die Zahl der Auszubildenden in Deutschland ist zwischen 2008 und 2015 jährlich um ca. 3 % gesunken, von einstmals 1,61 auf aktuell 1,34 Mio.

 

Zumindest im Mittelstand konnte dieser Trend zuletzt gebremst werden, wie eine Vorabauswertung des neuen KfW-Mittelstandspanels zeigt (Gesamtveröffentlichung im Oktober 2016): Die Anzahl der Auszubildenden in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) hat sich seit 2010 bei ca. 1,2 Mio. stabilisiert. Im Jahr 2015 haben 53 % der Ausbildungsunternehmen die Zahl ihrer Azubis auf Vorjahresniveau gehalten. Immerhin 27 % der Unternehmen hatten mehr Auszubildende als in 2014, während 20 % ihre Ausbildungsaktivitäten eingeschränkt haben.

 

Damit hat sich die Ausbildungstätigkeit noch stärker als ohnehin schon in den Mittelstand verlagert. Dort arbeiten 68 % aller Erwerbstätigen, aber mittlerweile etwa 90 % der Auszubildenden. Die aktuellen Daten des KfW-Mittelstandspanels zu den Planungen der KMU lassen für das gerade gestartete Ausbildungsjahr 2016 einen leichten Rückgang der Azubi-Zahlen erwarten.

Die großen KMU (mit 50 oder mehr Beschäftigten) tragen am meisten zur Berufsausbildung bei: Drei Viertel sind Ausbildungsunternehmen, fast die Hälfte der 1,2 Mio. Azubis steht dort unter Vertrag. Von den Unternehmen mit 10 bis 49 Beschäftigten bildet jedes zweite aus. Relativ betrachtet leisten diese mittelgroßen KMU den größten Beitrag: Sie haben mit 5 % den höchsten Azubi-Anteil an ihren Beschäftigten.

 

Unter den KMU mit 5 bis 9 Beschäftigten sind immerhin 29 % Ausbildungsunternehmen. Die Kleinstunternehmen (mit weniger als 5 Beschäftigten) bilden hingegen nur sehr selten aus (7 %). Oft mangelt es ihnen an Ressourcen und Ausbildungsberechtigungen, und sie haben größere Schwierigkeiten, Ausbildungsplätze zu besetzen. Etwa 80 % der KMU sind Kleinstunternehmen, weshalb die Ausbildungsquote im gesamten Mittelstand bei 13 % liegt.

Die geringe Ausbildungsaktivität der kleinsten KMU führt auch zu ausgeprägten Branchenunterschieden. So bilden im Verarbeitenden Gewerbe mit seinen überdurchschnittlich großen Unternehmen 28 % der KMU aus, und 4 % des Personals sind Auszubildende. Im Dienstleistungssektor betragen die ent- sprechenden Anteile nur 12 und 2 % – nicht nur weil akademische Berufe dort häufiger sind, sondern auch weil die Unternehmen kleiner sind.

 

Das Handwerk spielt eine besondere Rolle für die Berufsausbildung in Deutschland, weil es diese Größenabhängigkeit durchbricht. Denn gerade die zahlreichen kleinen Handwerksunternehmen sind weit überdurchschnittlich ausbildungsaktiv. Dadurch ist der Anteil ausbildender Unternehmen fast doppelt so groß wie im restlichen Mittelstand (24 %). Die 475.000 Lehrlinge machen mehr als 6 % der Beschäftigten im Handwerk aus.

 

Quelle: Kfw und Kfw Mittelstandspanel

Mittelstand im Aufwind

Stimmung in den mittelständischen Firmen blüht auf

Konjunkturelle Risiken wie insbesondere das in Kürze anstehende Brexit-Referendum wiegen in der Einschätzung der Mittelständler anscheinend nicht so schwer, dass diese sich dadurch die Laune verderben ließen. Im Gegenteil, passend zur Jahreszeit blüht die Stimmung sogar regelrecht auf: Das mittelständische Geschäftsklima verbessert sich im Mai um kräftige 3,0 Zähler und erreicht mit 15,4 Saldenpunkten den höchsten Stand in diesem Jahr. Beide Komponenten des Stimmungsindikators sind deutlich im Plus:

 

Die Urteile der Mittelständler zur aktuellen Geschäftslage ziehen um 3,4 Zähler auf 27,0 Saldenpunkte an – ein Zweijahreshoch. Die sehr gute Lageeinschätzung spricht für eine solide aufwärts gerichtete konjunkturelle Grundtendenz im zweiten Quartal. Gleichwohl dürfte das Realwachstum im Frühling einen Gang zurückschalten, da nach der witterungsbedingt überzeichneten BIP-Rate im ersten Quartal (+0,7 % gegenüber Vorquartal) mit einer korrigierenden Gegenbewegung zu rechnen ist.

 

Dass die kleinen und mittleren Firmen auf einen Fortgang der guten Konjunktur setzen, signalisieren auch ihre Geschäftserwartungen. Diese steigen um 2,7 Zähler auf 3,9 Saldenpunkte. Die Optimisten gewinnen damit allmählich wieder die Oberhand, wenngleich der Vorsprung vor den Pessimisten noch immer nicht so deutlich ausfällt wie Ende 2015. Immerhin hat der Erwartungsindikator nach dem spürbaren Anstieg im Mai inzwischen aber beinahe die Hälfte des Einbruchs von November 2015 bis Februar 2016 wieder aufgeholt. Der gegenüber dem Jahresende 2015 vorsichtigere Grundton bei den Erwartungen ist angesichts der zahlreichen Unwägbarkeiten gerade im außenwirtschaftlichen Umfeld gut nachvollziehbar. Neben den ungeklärten Fragen in Europa prägen die Rezessionen in Russland und Brasilien sowie die Wachstumsabschwächung in China das globale Bild.

 

(Quelle: Kfw.de)

Konjunktur zieht spürbar an

Die deutsche Wirtschaft konnte im ersten Jahresviertel 2016 einen kräftigen Wachstumsschub verzeichnen. „Das reale Bruttoinlandsprodukt stieg im ersten Vierteljahr saison- und kalenderbereinigt um 0,7 % gegenüber dem Vorquartal an“, schreibt die Bundesbank in ihrem jüngsten Monatsbericht und beruft sich dabei auf Angaben des Statistischen Bundesamtes. Der Auslastungsgrad der gesamtwirtschaftlichen Kapazitäten habe den höchsten Wert seit mehreren Jahren erreicht und damit die Bereitschaft der Unternehmen gesteigert, wieder mehr zu investieren. Insbesondere der private Verbrauch und die rege Bauaktivität seien die treibenden Faktoren für das Wirtschaftswachstum gewesen. Im Unterschied zum Jahresende 2015 hätten aber auch die Exporte und die Auslandsinvestitionen wieder Impulse gegeben.

 

Anhaltend starke Binnenwirtschaft

Getrieben wurde das Wirtschaftswachstum im Winterquartal durch den kräftig gestiegenen privaten Konsum, heißt es im Monatsbericht. Insbesondere Pkws sowie Baubedarf und Möbel seien stark nachgefragt worden, letzteres stehe im Einklang mit der florierenden Baukonjunktur. Der Einzelhandel habe dagegen wenig Impulse gegeben. Ausschlaggebend für die insgesamt positive Verbraucherstimmung seien der erneute Preisrückgang auf den globalen Ölmärkten, aber auch die guten Arbeitsmarkt- und Einkommensaussichten gewesen. Ein weiterer Impulsgeber für die deutsche Wirtschaft seien die Exporte gewesen, so die Bundesbank-Ökonomen. Insbesondere die Ausfuhren nach China hätten deutlich zugelegt – damit sei der Abwärtstrend, der sich über große Teile des vergangenen Jahres erstreckt hatte, gestoppt.

Die Verbraucherpreise sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im April 2016 zum ersten Mal seit Januar 2015 gesunken. Im Vergleich zum April 2015 kosteten Waren und Dienstleistungen im April 2016 im Schnitt 0,1 Prozent weniger. Von März 2016 auf April 2016 seien die Verbraucherpreise zudem um 0,4 Prozent zurückgegangen.

 

Günstige Lage am Arbeitsmarkt

Die Beschäftigung nahm laut Monatsbericht im ersten Vierteljahr 2016 kräftig zu. Saisonbereinigt stieg die Zahl der im Inland erwerbstätigen Personen um 0,4 Prozent auf 43,42 Mio. „Getragen wurde dieser Zuwachs von der positiven Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung.“ Leicht rückläufig sei dagegen die Zahl der ausschließlich geringfügig Beschäftigten. Hier setze sich der seit Einführung des allgemeinen gesetzlichen Mindestlohns Anfang 2015 andauernde Rückgang fort.

 

(Quelle: Deutsche Bundesbank)

Mittelstand führt

Die Geschäfte laufen gut im deutschen Mittelstand, die Umsätze sollen weiter steigen. Doch vor allem der Fachkräftemangel trübt die Stimmung und wird von den Mittelständlern als das größte Risiko für die Unternehmensentwicklung gesehen. Mehr als die Hälfte sieht Chancen, dass Flüchtlinge den Fachkräftemangel in Deutschland mildern können.

Mehr als jeder zweite Mittelständler (56 Prozent) ist derzeit uneingeschränkt zufrieden mit der Geschäftslage – das ist der höchste Wert seit dem Jahr 2004, als die Studie erstmals durchgeführt wurde – nur im Juli 2014 waren genauso viele Unternehmer zufrieden. Auch der Ausblick ist optimistisch: 36 Prozent erwarten, dass sich die Geschäftslage in den kommenden sechs Monaten verbessert.

 

Die gute Geschäftslage spiegelt sich auch im Geschäftsklima wider: Der Index steigt mit 46,1 Punkten auf den zweithöchsten Wert seit Januar 2012. Nur zum Jahresanfang 2014 war er mit 49,9 Punkten höher.

Trotz insgesamt guter Stimmung: Die Gefahr durch den Fachkräftemangel ist bereits sehr real: Jeder zweite (49 Prozent) Mittelständler beklagt Umsatzeinbußen, weil ihm geeignete Fachkräfte fehlen. Insgesamt dürfte sich der Schaden, der durch entgangene Umsätze entsteht, auf jährlich knapp 46 Milliarden Euro belaufen.

 

Die Mehrheit der Mittelständler setzt bei der Suche nach Fachkräften unter anderem auf den Flüchtlings-Zustrom: 55 Prozent rechnen damit, dass die nach Deutschland kommenden Flüchtlingen dazu beitragen werden, den Fachkräftemangel zu mildern. Eine überwältigende Mehrheit von 85 Prozent würde Flüchtlingen im eigenen Betrieb einen Job geben: 49 Prozent sind sogar ohne Vorbehalt dazu bereit.

Das sind Ergebnisse des Mittelstandsbarometers der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young), für das 3.000 mittelständische Unternehmen in Deutschland befragt wurden.

„Der deutsche Mittelstand hat seinen Pessimismus von vor einem Jahr abgelegt“, kommentiert Peter Englisch, Partner bei EY. „Trotz der unsicheren politischen Großwetterlage: Der niedrige Ölpreis und die Konsumlaune der Verbraucher in der sich erholenden Eurozone beflügeln die Geschäfte im deutschen Mittelstand. Und die mittelständischen Unternehmen in Deutschland wollen zusätzliche Stellen schaffen. Allerdings ist das leichter gesagt als getan: Die nötigen Fachkräfte für viele Jobs fehlen. Jedes zweite Unternehmen erleidet deshalb bereits Umsatzeinbußen. Eine Lösung, um das Problem abzumildern, kann eine gelungene Integration von Flüchtlingen in die deutsche Wirtschaft sein.“

 

Gesamtinvestitionen sollen erneut steigen
Die gute Stimmung lässt sich auch an den geplanten Investitionen ablesen, die insgesamt erneut steigen sollen. Jedes vierte Unternehmen will in den kommenden sechs Monaten die Gesamtinvestitionen erhöhen, gerade einmal jeder neunte Betrieb will sie reduzieren – das entspricht etwa den Werten des Vorjahres.

Allerdings ist im deutschen Mittelstand nicht alles eitel Sonnenschein – ein Stück Skepsis bleibt: Der Anteil der Konjunkturpessimisten ist zwar gegenüber Januar 2015 von 33 auf 25 Prozent gesunken, liegt aber weiterhin über dem Anteil der Konjunkturoptimisten, der von 19 auf 23 Prozent geklettert ist. „Die eigene Geschäftslage wird weitaus besser beurteilt als die konjunkturelle Situation in Deutschland, beobachtet Englisch.

 

Ein Drittel der Unternehmen will einstellen – 360.000 offene Stellen

Doch davon lassen sich die deutschen Mittelständler ihren geplanten Stellenaufbau nicht verderben: In den kommenden sechs Monaten will knapp ein Drittel (32 Prozent) der Unternehmen Personal aufbauen. Sinken soll die Mitarbeiterzahl nur bei elf Prozent. Allerdings berichten mehr als zwei von drei Unternehmen (69 Prozent) von Problemen bei der Mitarbeitersuche. Jedem fünften fällt es sogar sehr schwer, ausreichend qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Die Folge: 62 Prozent der Unternehmen können offene Stellen nicht besetzen. Hochgerechnet sind im deutschen Mittelstand derzeit 360.000 Stellen nicht besetzt.

Besonders der Dienstleistungssektor leidet unter dem Fachkräftemangel. Bei den Dienstleistern ist der Anteil der Unternehmen mit 29 Prozent am höchsten, die mehr als zwei Prozent ihrer Stellen – bezogen auf den Mitarbeiterstamm – nicht besetzen können. Im Bau-/Energiesektor sind es 23 Prozent. Mehr als die Hälfte der Dienstleister (51 Prozent) beklagt deswegen Umsatzeinbußen – die anderen Branchen bleiben knapp unter der 50-Prozent-Marke.

„Der Fachkräftemangel bedroht den deutschen Mittelstand – gerade in ländlichen Regionen – schon länger“, sagt Englisch. „Das Problem wird aber gerade jetzt offensichtlich, wo stellenweise quasi Vollbeschäftigung herrscht. Zahlreiche Stellen bleiben unbesetzt, Firmen müssen sich deutlich anstrengen, um geeignete Bewerber zu finden.“

 

Fachkräftemangel größte Gefahr – Flüchtlingszustrom als Chance
Der Fachkräftemangel wird mittlerweile von den Mittelständlern als die größte Gefahr für die Entwicklung des Unternehmens betrachtet. Knapp die Hälfte (48 Prozent) sieht darin eine eher große oder sogar sehr große Gefahr. Eine mögliche schwache Konjunkturentwicklung im Inland sowie volatile Rohstoffpreise werden von 41 beziehungsweise 34 Prozent als größte Gefahr gesehen.

Deswegen ist der aktuelle Flüchtlings-Zustrom aus Sicht der Wirtschaft eine Chance: „Viele junge und lernwillige Leute kommen nach Deutschland und könnten den Arbeitsmarkt beleben. Es ist jetzt wichtig, die Menschen, die Anspruch auf Asyl haben, schnell in die Gesellschaft und in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren“, betont Englisch. Dazu seien allerdings erhebliche Anstrengungen und Investitionen im Bereich der Bildung und Ausbildung nötig.

Als größte Hürde für eine erfolgreiche Integration von Flüchtlingen in den deutschen Arbeitsmarkt werden von vier von fünf Mittelständlern die mangelnden Deutschkenntnisse genannt. Etwa drei von fünf nennen die unklare Gesetzeslage während laufender Asylverfahren und jeder zweite verweist auf die fehlende Planungssicherheit, da beispielsweise die Gefahr der Abschiebung besteht. „Wenn wir wollen, dass die Unternehmen das Potenzial, das die Flüchtlinge mitbringen, tatsächlich im großen Stil nutzen, muss der Staat für Planungssicherheit sorgen – sonst wird nicht viel passieren“, fordert Englisch. Besonders stark profitieren können nach seiner Einschätzung ländliche Regionen, in denen die Unternehmen den Fachkräftemangel bereits heute sehr stark spüren.

„Die Bewältigung des Fachkräftemangels ist eine der zentralen Aufgaben der deutschen Wirtschaft – die Bewältigung des Flüchtlingszustroms eine der zentralen Aufgaben unserer ganzen Gesellschaft. Es bedarf jetzt großer gemeinsamer Anstrengungen, die Herausforderungen zu meistern“, betont Englisch. „Es ist zum Beispiel wichtig, dass Asylanträge schnell und verlässlich entschieden werden. Darüber hinaus müssen die Menschen, die zu uns kommen, so schnell wie möglich die deutsche Sprache lernen. Das ist die wichtigste Voraussetzung für eine gelungene Integration – in die Arbeitswelt im Speziellen und in die Gesellschaft allgemein“, sagt Englisch abschließend.

 

(Quelle: Ernst&Young Mittelstandsbarometer)

Bundesbank erwartet kräftiges Wachstum

Die deutsche Wirtschaft ist wieder im Wachstum und hat sich nach Einschätzung der Bundesbank schneller als erwartet von der konjunkturellen Schwäche Mitte des vergangenen Jahres erholt und ist wieder auf Wachstumskurs. „Die Binnenwirtschaft profitiert dabei von der guten Arbeitsmarktlage und den kräftigen Einkommenszuwächsen“, kommentierte Bundesbankpräsident Jens Weidmann die aktuelle halbjährliche Prognose seines Hauses. „Auch wenn das Auslandsgeschäft gegenwärtig durch dämpfende Effekte aus der Weltwirtschaft beeinträchtigt wird, stehen dem eine stimulierende Euro-Abwertung und die sich festigende wirtschaftliche Erholung des Euro-Raums gegenüber“, erklärte Weidmann. Zudem dürfte die Weltwirtschaft wieder an Schwung gewinnen. Nach Einschätzung der Bundesbank sollte es deutschen Unternehmen angesichts ihrer guten Marktposition gelingen, die sich ergebenden Möglichkeiten ertragreich zu nutzen.

 

Prognose angehoben

Für das laufende und das kommende Jahr haben die Bundesbank-Experten ihre Wachstumsprognose im Vergleich zur Dezember-Schätzung deutlich angehoben. Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird demnach 2015 um 1,7 % zunehmen (kalenderbereinigt um 1,5 %). „Insgesamt ist für den weiteren Verlauf des Jahres 2015 mit einem kräftigen Wirtschaftswachstum zu rechnen“, heißt es in der Bundesbank-Prognose. Das zweite Quartal könnte dabei sogar einen gewissen Ausgleich für das vergleichsweise schwache erste Quartal bringen.

Für 2016 rechnen die Bundesbank-Volkswirte mit einem BIP-Anstieg um 1,8 % (kalenderbereinigt 1,7 %). Erstmals äußern sie sich auch zu den Aussichten im Jahr 2017. Hier wird ein Anstieg des realen BIP um 1,5 % (kalenderbereinigt 1,7 %) erwartet.

Angesichts der prognostizierten positiven Wirtschaftsentwicklung sagt die Bundesbank eine überdurchschnittliche Auslastung der deutschen Wirtschaft voraus. „Damit geht einher, dass Reserven am Arbeitsmarkt mobilisiert werden und die Löhne mittelfristig stärker steigen“, heißt es in der Prognose.

 

Stärkere Teuerung erwartet

Bei den Verbraucherpreisen rechnet die Bundesbank bis Ende 2017 mit einem verstärkten Anstieg. Gemessen am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) erwarten die Bundesbank-Ökonomen für 2015 eine Preissteigerungsrate von 0,5 %. Für 2016 sagen sie einen Anstieg um 1,8 % voraus. 2017 wird sich der HVPI der Prognose zufolge um 2,2 % erhöhen. „Wesentlich für die gedämpften Inflationsaussichten ist vor allem der kräftige Rückgang der Rohölnotierungen“, sagte Bundesbankpräsident Weidmann. Für den Prognosezeitraum wird unterstellt, dass die Rohölnotierungen nur leicht anziehen.

Im Euro-Raum insgesamt wird die Teuerungsrate in diesem Jahr bei 0,3 % liegen, wie EZB-Präsident Mario Draghi am Mittwoch mit Verweis auf entsprechende Eurosystem-Projektionen sagte. 2016 soll die Verbraucherpreisinflation im Euro-Raum dann auf 1,5 % steigen, 2017 auf 1,8 %.

 

Konjunkturerholung im Euro-Raum

Ein wichtiger Bestandteil der jüngsten Wachstumsprognose der Bundesbank für Deutschland ist die Festigung der konjunkturellen Erholung im Euro-Raum. Draghi zufolge rechnen die Experten des Eurosystems für den Euro-Raum mit einem Anstieg des BIP in diesem Jahr um 1,5 % und für das kommende um 1,9 %. 2017 soll der Zuwachs bei 2,0 % liegen. Diese Konjunkturerholung sollte zu einer erheblichen Ausweitung des innereuropäischen Handels führen. Die Absatzmärkte deutscher Unternehmen dürften demnach  im Euro-Raum sogar etwas stärker expandieren als in der übrigen Welt, wie die Bundesbank-Volkswirte weiter ausführen.

 

Mögliche Rückschlagsgefahren

Weidmann warnte in Bezug auf die wirtschaftliche Erholung im Euro-Raum, dass Rückschlagsgefahren noch nicht gebannt seien. „Aus binnenwirtschaftlicher Sicht stellen darüber hinaus zunehmende Verknappungen am Arbeitsmarkt ein angebotsbedingtes Risiko für das Wirtschaftswachstum dar, und sie können sich auch in einem verstärkten Preisauftrieb äußern“, erklärte der Bundesbankpräsident.

Risiken für die Wirtschaftsentwicklung sehen die Ökonomen der Bundesbank darüber hinaus in der Verwundbarkeit einiger aufstrebender Volkswirtschaften. Auch stellten anhaltende geopolitische Spannungen einen Risikofaktor dar. Sollte der Euro verstärkt aufwerten, ergäben sich ebenfalls konjunkturelle Abwärtsrisiken, so die Bundesbank-Experten.

 
(Quelle: Bundesbank.de)

Frühlingserwachen im Mittelstand

Das Geschäftsklima steigt merklich

 

Pünktlich zu Frühlingsbeginn zeigen sich die lange Zeit eher skeptischen Mittelständler wieder optimistischer: Wie das aktuelle KfW-ifo-Mittelstandsbarometer belegt, steigt ihr Geschäftsklima im April erstmals in diesem Jahr spürbar an und erreicht 14,8 Saldenpunkte (+1,9 Zähler). Getragen wird die bessere Stimmung im Mittelstand sowohl von der Beurteilung der aktuellen Geschäftslage (+1,9 Zähler auf 22,6 Saldenpunkte) als auch den Geschäftserwartungen (+2,0 Zähler auf 6,9 Saldenpunkte).

 

Den deutschen Großunternehmen gelingt – mit einem Plus von 1,2 Zählern auf 15,1 Saldenpunkte beim Geschäftsklima – ebenfalls ein positiver Einstieg ins zweite Quartal. Zufriedener sind die Großunternehmen im April allerdings nur mit den aktuellen Geschäften: Der Lageindikator verbessert sich um 6,7 Zähler oder das Doppelte einer üblichen Monatsveränderung auf das Dreijahreshoch von 25,8 Saldenpunkten. Die Geschäftserwartungen sinken hingegen um 4,0 Zähler auf 4,4 Saldenpunkte. Angesichts der hohen Außenhandelsorientierung der großen Firmen ist dies als Beleg dafür zu werten, dass die deutschen Exporte 2015 zwar ordentlich zulegen, aber trotz guter Rahmenbedingungen wie der einsetzenden Erholung in der Eurozone und dem billigeren Euro nicht in den Himmel wachsen werden.

„Das günstige Öl, der schwächere Euro und die sich mehrenden Erholungssignale aus der Eurozone nutzen der deutschen Konjunktur – im April kommt dieser Rückenwind endlich auch im Mittelstand an“, sagt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW. „Ich rechne für dieses Jahr mit einem deutschen Wirtschaftswachstum zwischen 1,5 und 2,0 Prozent.“ Ein gewisses Risiko sei allerdings der rekordlange Bahnstreik, der im Mai sicherlich die Stimmung belasten werde. „Angesichts von Just-in-time-Fertigung und der großen Bedeutung der Bahn im Güterverkehr dürfte der Streik im zweiten Quartal auch etwas Wachstum kosten“, so Zeuner.

 

Eine tragende Säule der guten Konjunktur ist und bleibt 2015 der Arbeitsmarkt. Der neu eingeführte Mindestlohn scheint nur in einzelnen Regionen und Branchen Neueinstellungen zu bremsen – das KfW-Mittelstandsbarometer konstatiert im April merklich hinter den nationalen Durchschnitt zurückfallende Beschäftigungspläne in Ostdeutschland und im mittelständischen Einzelhandel. Auf die gesamtwirtschaftliche Ebene schlägt dies jedoch nicht durch. „Sowohl Mittelstand als auch Großunternehmen wollen die Beschäftigung in diesem Jahr ausweiten. Wir erwarten 2015 in Deutschland einen neuen Rekord von rund 43 Millionen Erwerbstätigen und einen weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit“, so Zeuner.

 

(Quelle: Kfw.de)

Konjunktur wieder besser

Konjunktur verbessert sich

Der ifo Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands ist im November auf 104,7 Punkte gestiegen, von 103,2 im Vormonat. Zuvor hatte sich das Geschäftsklima sechs Mal in Folge verschlechtert. Die aktuelle Geschäftslage wird von den Unternehmen etwas besser bewertet als im Vormonat. Auch die Geschäftsaussichten für die kommenden Monate hellen sich auf. Der Abschwung ist zumindest unterbrochen.

Im Verarbeitenden Gewerbe ist der Geschäftsklimaindikator nach sechs Rückgängen in Folge gestiegen. Die Industriefirmen sind wieder zufriedener mit ihrer aktuellen Geschäftslage. Auch mit Blick auf den weiteren Geschäftsverlauf sind sie etwas weniger pessimistisch. Vom Exportgeschäft werden weitere Impulse erwartet.

Im Großhandel hat sich das Geschäftsklima merklich verbessert. Die Großhändler bewerten ihre aktuelle Geschäftslage deutlich günstiger. Ihre Geschäftserwartungen haben sich wieder leicht ins Positive gedreht. Auch im Einzelhandel hat sich das Geschäftsklima aufgehellt. Nach einer minimal verbesserten Geschäftslage halten sich nun positive und negative Bewertungen genau die Waage. Der Pessimismus mit Blick auf die kommenden Geschäfte hat deutlich abgenommen.

Im Bauhauptgewerbe hat sich die insgesamt günstige Geschäftslage nur minimal verschlechtert. Die deutliche Verbesserung der Erwartungen ist kalendertypisch. Dies hat positive Auswirkungen auf die Konjunktur.

(Quelle: ifo Institut)

Deutsche Wirtschaft weiter auf Wachstumskurs

Die deutsche Wirtschaft hat im dritten Quartal 0,2 Prozent mehr produziert als im zweiten Vierteljahr. Dazu dürfte nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) auch die Industrie beigetragen haben. „Im Schlussquartal wird die schwache Nachfrage aus dem Euroraum die exportorientierte Industrie und damit die Konjunktur insgesamt belasten“, dämpfte DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner allerdings Hoffnungen auf eine vergleichbar kräftige weitere Entwicklung. Dagegen dürfte nach Einschätzung des DIW Berlin der Dienstleistungsbereich in den kommenden Quartalen weiterhin Zuwächse verzeichnen. „Eine Rezession ist nicht in Sicht“, so Fichtner weiter.

(Quelle: DIW, Berlin)