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EU-Innovationsranking: Deutschland gehört zu den vier Spitzenreitern

Obwohl fast alle EU-Staaten ihre Innovationsleistungen verbessern konnten, muss der Rückstand zu den USA, Japan und Südkorea noch weiter aufgeholt werden. Das geht aus dem von der EU-Kommission veröffentlichen Innovationsranking 2011 hervor. Es zeigt auch eine deutliche Kluft in der EU hinter den Spitzenreitern des Rankings – Schweden, Dänemark, Deutschland und Finnland.

Forschungskommissarin Maire Geoghegan-Quinn appellierte an die Mitgliedstaaten, für Innovationen fördernde Rahmenbedingungen zu sorgen und etwa Unternehmensgründungen oder den Neuanfang nach einer Unternehmensinsolvenz zu erleichtern, Steueranreize zu setzen und geeignete Ausbildungsplätze zu schaffen. Allerdings werde dies allein nicht
ausreichen, wenn die EU nicht in der Lage sei, Spitzenforschern und jungen Wissenschaftlern attraktive Bedingungen zu bieten. „Die diesjährigen Ergebnisse sind ein deutliches Warnsignal dafür, dass wir mehr Anstrengungen zur Förderung der
Innovation unternehmen müssen“, sagte Industriekommissar Antonio Tajani.

(Quelle: EU Nachrichten 03.2012)

Was Gründungen und Ausgründungen erfolgreich macht

Ausgründenden bzw. Gründungen außeruniversitärer Forschungseinrichtungen starten häufig zu früh: Vier von zehn werden ohne Produkt oder Prototyp gegründet – zu Lasten ihrer Wachstums-Chancen. Dagegen profitieren Ausgründungen vom frühzeitigen Kontakt zu künftigen Kunden, die sie noch vor Markteintritt unterstützen. Zu diesen Ergebnissen kommt acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften in der bislang ersten umfassenden Untersuchung zu Erfolgsfaktoren von Ausgründungen außeruniversitärer Forschungseinrichtungen. acatech hat am 14. Juli in Berlin die Ergebnisse vorgelegt und acht Empfehlungen an Gründer, Forschungs- und Förderinstitutionen gerichtet. Unter anderem schlägt die Akademie einen bundesweit vereinheitlichten Fördernavigator vor: Viele Gründer gaben an, dass sie wegen hoher bürokratischer Hürden keine öffentliche Förderung beantragt haben.

„In Deutschland herrscht kein Mangel an guten Ideen. Allerdings beschäftigen sich viele Gründer aus der Wissenschaft zu spät mit ihren künftigen Märkten und Kunden. Netzwerke, Wirtschaftserfahrung und Legitimität am Markt sind aber entscheidende Erfolgsfaktoren“.

Prof. Dr.-Ing. Dieter Spath, Projektleiter und Vizepräsident acatech

(Quelle: Acatech, Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, www.acatech.de)

FuE und Innovationen in kleinen und mittleren Unternehmen

Der Bereich FuE (Forschung und Entwicklung) ist eine der treibenden Kräfte einer wettbewerbsfähigen und dynamischen Wirtschaft. Hier wird aus Ideen Wissen und Innovationen entwickelt. Der Europäische Rat hat sich bei der Tagung 2000 in Lissabon zum Ziel gesetzt, die Europäische Union bis zum Jahre 2010 zum „wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt“ werden zu lassen. In Überprüfung der Lissabon Ziele zwei Jahre später auf der Tagung des Europäischen Rats in Barcelona wurde Einigung erzielt, dass bis zum Jahre 2010 der für FuE ausgegebene Anteil des Bruttoinlandsprodukts von 1,9 % im Jahre 2000 auf 3 % gesteigert werden sollte. Dabei sollte der Anteil des privaten Sektors an den FuE-Ausgaben von 56 % im Jahre 2000 auf zwei Drittel der gesamten FuE-Investitionen aufwachsen.

Nach den aktuellen FuE-Daten, die vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft erhoben wurden, sind in Deutschland zwar einige Fortschritte bei der Intensivierung der FuE erreicht worden, um dem gesetzten Ziel von 3 % näher zu kommen, sind jedoch deutlich größere Anstrengungen notwendig.

Die deutsche Wirtschaft hat im Jahre 2006 insgesamt 52,0 Mrd. € für FuE ausgegeben. Davon wurden 41,1 Mrd. € für unternehmensinterne und 10,9 Mrd. € für externe FuE eingesetzt. Gegenüber 2005 entspricht dies einer Steigerung der Gesamtaufwendungen um 7,4 %, womit eine deutlich höhere Zuwachsrate als in den Vorjahren erzielt wurde.

Die Forschungsintensität, gemessen als Anteil der FuE-Aufwendungen am Bruttoinlandsprodukt, stieg von 2,48 % im Jahre 2005 auf 2,53 % im Jahre 2006, die für 2010 angepeilte 3 %-Schwelle dürfte damit aber nur schwerlich zu erreichen sein. Erfreulich ist, dass der Anteil des privaten Sektors auf 67,6 % der Gesamtaufwendungen für FuE gestiegen ist und damit das Barcelona-Ziel eines zwei Drittel Anteils des Wirtschaftssektors an den gesamten FuE-Aufwendungen bereits erreicht wurde. Ebenso gestiegen ist die Anzahl des FuE-Personals im Wirtschaftssektor, und zwar um 2,5 % von 305.000 Personen im Jahre 2005 auf 312.000 Personen im Jahre 2006 (gemessen in Vollzeitäquivalenten). Der Zuwachs beim Personal bleibt aber deutlich hinter der Steigerungsrate der FuE-Aufwendungen zurück.

An den FuE-Aufwendungen halten KMU einen Anteil von 12,7 %, am FuE-Personal hingegen einen Anteil von 20 %. Während der Anteil der FuE-Aufwendungen der KMU von 2005 auf 2006 geringfügig gesunken ist, stieg der Anteil am FuE-Personal auf einen Höchstwert seit 2001.

FuE und Innovationen finden in Unternehmen aller Größenordnungen statt, wobei die Anteile mit wachsender Unternehmensgröße ansteigen. Die wertmäßige Bedeutung der KMU ist indessen deutlich geringer als die der Anzahl nach. KMU erhalten zwar relativ mehr Fördermittel für FuE als große Unternehmen, allerdings absorbieren die wenigen großen Unternehmen rd. 79 % aller staatlichen Finanzierungsmittel für FuE des Wirtschaftssektors.

(Quelle: IfM Institut für Mittelstandsforschung, Bonn)