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Migranten gründen

Migranten gründen überdurchschnittlich häufig

Der Anteil von Migranten am Gründungsgeschehen ist seit Jahren relativ stabil: Rund jeder fünfte Gründer hat eine ausländische Staatsbürgerschaft oder die deutsche Staatsbürgerschaft erst nach der Geburt erworben. Die jährliche Gründerquote von Migranten liegt im Durchschnitt von 2009 bis 2014 bei 1,86 % und somit etwa um ein Zehntel höher als die Gründerquote im Allgemeinen (1,68 %). Zuletzt haben im Jahr 2014 179.000 Migranten eine Existenzgründung umgesetzt. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Sonderauswertung des KfW-Gründungsmonitors, der jährlich erscheinenden repräsentativen Befragung zum Gründergeschehen.

 

Migranten gehen den Schritt in die Selbstständigkeit häufiger im Vollerwerb als der Durchschnittsgründer. Zwar ist der allgemeine Trend hin zur Nebenerwerbsgründung auch bei Migranten zu sehen, im Mittel der Jahre 2013/2014 lag der Anteil des Vollerwerbs mit 43 % trotzdem noch klar über dem Durchschnitt von 39 %.

 

Migranten, die seit 2009 den Schritt in die Selbstständigkeit gegangen sind, waren im Mittel 36 Jahre alt. Sie waren damit eineinhalb Jahre jünger als ein Durchschnittsgründer. Dies ist auf den geringeren Anteil älterer Personen unter den erwerbsfähigen Migranten zurück zurückzuführen. Insgesamt sind 29 % der Erwerbsfähigen über 50 Jahre alt – bei Migranten nur knapp jeder Fünfte. Das geringere Alter der potenziellen Gründer drückt den Altersdurchschnitt der tatsächlichen Gründer. Dadurch sind Migranten bei ihrer Existenzgründung. jünger als die Gründer insgesamt, obwohl die Gründungsneigung jüngerer Migranten geringfügig unter- und die älterer Migranten überdurchschnittlich ist. Akademiker sind bei Migranten unter Gründern ähnlich oft vertreten wie unter Gründern insgesamt. Dagegen sind Personen ohne Berufsabschluss stark überrepräsentiert. Das könnte den Schluss nahe legen, dass bei Migranten Akademiker eine ähnlich große und Personen ohne Berufsabschluss eine deutlich größere Gründungsneigung haben als dies typischerweise der Fall ist. Dieses Bild täuscht jedoch.

 

Bei Migranten liegt der Gründeranteil unter Akademikern deutlich höher als in der Gruppe aller Erwerbsfähigen, während sich die Gründerquote bei Personen ohne Berufsabschluss kaum unterscheidet.

Für die höhere Gründungsneigung von Migranten sind in der Literatur drei Aspekte angeführt:

  • Eine stärkere Präsenz entsprechender Rollenvorbilder
  • Ein größeres Maß an Risikobereitschaft
  • Schlechtere Arbeitsmarktchancen.

Letzteres zeigt sich eindeutig. Der Anteil von Gründern, die zuvor arbeitslos waren, ist bei Migranten höher als üblich; außerdem gibt bei Migranten ein höherer Anteil der Gründer an, aufgrund mangelnder besserer Erwerbsalternativen gegründet zu haben.

(Quelle: Kreditanstalt für Wiederaufbau, KfW)