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Gründung in Deutschland – Gründungsmonitor 2012

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Im Jahr 2011 haben 835.000 Personen eine selbstständige Tätigkeit begonnen, 101.000 weniger als im Jahr zuvor. Der Rückgang ist vor allem auf eine geringere Zahl von Nebenerwerbsgründern zurückzuführen (-18 % auf 443.000 Personen), während die Zahl der Vollerwerbsgründer mit 392.000 Personen nahezu konstant blieb.
Der Rückgang der Gründungsaktivität ist zum einen das Resultat der guten Arbeitsmarktlage, sodass weniger Personen den Druck verspürten, den Schritt in die Selbstständigkeit zu gehen. Zum anderen war der Sog der zwar positiven, jedoch in der zweiten Jahreshälfte deutlich nachlassenden gesamtwirtschaftlichen Nachfrageentwicklung auf die Umsetzung von Gründungsplänen nicht mehr so stark wie im Jahr zuvor. Im Vollerwerb wurden diese dämpfenden Einflüsse durch die zum Jahresende in Kraft getretene Änderung des Gründungszuschusses kompensiert, die Gründer aus der Arbeitslosigkeit dazu bewegte, ihre Gründungsvorhaben noch im Jahr 2011 umzusetzen, um die günstigeren alten Förderbedingungen zu nutzen.
Die Prognosen für das Jahr 2012 gehen von einer schwächeren Konjunktur aus. Wir erwarten aktuell nur noch ein Wachstum von 1,2 % nach 3,1 % im Jahr 2011. Zudem wird die Entspannung am Arbeitsmarkt deutlich geringer als im Vorjahr ausfallen. In der Summe würden diese Effekte zu einer Seitwärtsbewegung bei der Gründerzahl führen. Allerdings werden sie vom stark dämpfenden Einfluss der restriktiveren Ausgestaltung des Gründungszuschusses durch die Bundesagentur für Arbeit überlagert. Insgesamt ist deshalb ein Rückgang der Gründungsaktivität im Jahr 2012 zu erwarten.
Im Bundesländervergleich weisen nach wie vor die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen die höchsten Gründerquoten auf. In diesen Ballungsräumen treffen große lokale Absatzmärkte und ein großes, vielfältig qualifiziertes Arbeitskräfteangebot aufeinander. Beide Faktoren wirken sich stimulierend auf die Gründungstätigkeit aus.
Von neu gegründeten Unternehmen gingen im Jahr 2011 mit rund 453.000 Vollzeitstellen (VZÄ) positive Effekte auf den Arbeitsmarkt aus, wenn auch in einem deutlich (-22 %) geringeren Umfang (129.000 VZÄ weniger) als im Jahr zuvor. Die geringere Gründungstätigkeit und der geringere Bedarf der Gründer an Arbeitskräften waren Ursachen dafür. Die Beschäftigungseffekte entfallen im Durchschnitt der Jahre 2008–2011 zu 55 % auf die Gründer selbst und zu 45 % auf die angestellten Mitarbeiter.
Der Anteil der Gründer, deren Hauptmotiv die Umsetzung einer Geschäftsidee ist und die von Anfang an Mitarbeiter beschäftigen – so genannte Entrepreneure – an allen Gründern ist relativ gering und liegt im Durchschnitt der Jahre 2008–2011 bei rund 14 %. Entrepreneure starten häufiger in Gründerteams, haben häufiger Managementerfahrung und setzen größere finanzielle Ressourcen ein. Ihre Gründungen sind im Vergleich zu den Projekten der so genannten Self-Employed bestandsfester. Self-Employed sind Gründer, die aufgrund fehlender Erwerbsalternativen oder anderer, nicht auf die Realisierung einer Geschäftsidee basierenden Motivationen ihre Selbstständigkeit starten und keine Mitarbeiter beschäftigen. Während nach 36 Monaten noch 83 % der Entrepreneur- Projekte am Markt sind, sind es von den Projekten der Self-Employed nur 71 %.
(Quelle: KfW)