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Gründungen nehmen zu, Freie Berufe dominieren

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Die Zahl der Gründungen in Deutschland stieg 2014 zunächst nochmals an.

Wie der KfW-Gründungsmonitor 2015 zeigt, wagten im vergangenen Jahr rund 915.000 Menschen den Sprung in die unternehmerische Selbständigkeit – das sind etwa 47.000 mehr als im Jahr 2013. Der Anstieg ergibt sich aus einem Zuwachs bei Vollerwerbsgründungen und einem Rückgang bei Gründungen im Nebenerwerb. Treibende Kraft im Gründungsgeschehen waren Gründungen in freiberuflichen Branchen. In gewerblichen Bereichen gab es hingegen weniger Gründungen als im Jahr 2013.

 

Eine Volkswirtschaft profitiert von einem regen Gründungsgeschehen, denn Gründer fordern etablierte Unternehmen ständig aufs Neue heraus und halten diese so unter permanentem Effizienzen Innovationsdruck. Darüber hinaus schaffen Gründer Arbeitsplätze, für sich selbst und oft auch für andere.

 

Dienstleister in Überzahl – freiberufliche Tätigkeitsfelder stark im Kommen

Die Mehrheit der Gründer startet typischerweise im Dienstleistungsbereich. Häufig überwiegt der Bereich der wirtschaftlichen Dienstleistungen (2014: 35%). Daneben sind die persönlichen Dienstleistungen (27%) der zweite große Bereich. Weitere 6% entfallen auf den Bereich Finanzdienstleistungen, Verkehr und Nachrichtenübermittlung. Der Handel (18%) und das Produzierende Gewerbe (15%) halten sich meist die Waage.

 

Ein Blick auf die Gründungstätigkeit nach Tätigkeitsfeldern der Gründer zeigt allerdings eine interessante Entwicklung: Die Anzahl von Gründern in freiberuflichen Tätigkeitsfeldern ist stark angestiegen, während die Gründungstätigkeit in gewerblichen Tätigkeitsfeldern nachließ. Diese Entwicklung ist schon länger zu beobachten: Das Gründungsgeschehen ist zunehmend von Existenzgründern in freiberuflichen Tätigkeitsfeldern geprägt. Ihr Anteil hat sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. Sie sorgten auch maßgeblich für den Anstieg der Gründungstätigkeit im Jahr 2014, wodurch sie erstmals mehr als 40 % der Existenzgründungen ausmachen. Die Zahl gewerblicher Gründer ging im Gegensatz dazu zurück.

 

Ein Grund für den Boom von Existenzgründungen in freiberuflichen Tätigkeitsfeldern ist die größer gewordene Nachfrage nach Erziehungs- und Bildungsdienstleistungen, die von Gründern bedient wird. Beigetragen hat zudem der allgemeine Trend hin zu akademischen Bildungsabschlüssen. Dieser schlägt sich aufgrund der Nähe von akademischer Bildung und freiberuflichen Tätigkeiten sowie der hohen Gründungsneigung von Akademikern entsprechend im Gründungsgeschehen nieder. Wie schon im Vorjahr ist das meistgenannte Tätigkeitsfeld im freiberuflichen Bereich die Unternehmensberatung.

 

Gründungen in freiberuflichen Tätigkeitsfeldern sind in den letzten Jahren zwar zunehmend eine Stütze des Gründungsgeschehens. Gründungen in gewerblichen Tätigkeitsfeldern haben andererseits eine bessere Bilanz direkter volkswirtschaftlicher Effekte. So steht bei ihnen beispielsweise häufiger der Aufbau eines Unternehmens im Vordergrund (15% ggü. 6%) – insbesondere im Vollerwerb (21% ggü. 7%) anstatt ein zeitlich befristeter Hinzuverdienst. Entsprechend häufiger beschäftigen sie Mitarbeiter (32% ggü. 13%) und wenn, dann auch mehr als Gründer in freiberuflichen Tätigkeitsfeldern (4,6 ggü. 3,6 vollzeitäquivalente Arbeitsplätze (Vollzeitäquivalente, VZÄ)). Insgesamt stellte 2014 knapp jeder vierte Gründer Mitarbeiter ein und stellte dabei durchschnittlich 4,5 vollzeitäquivalente Arbeitsplätze bereit.

 

Tätigkeitsfelder:

1. Unternehmensberatung

2. Dozentur

3. Kindertagespflege

4. Webdesign

5. Ingenieurbüro

6. Übersetzungen

7. Psychotherapie

8. Softwareengineering

9. Rechtsberatung

10. Coaching

 

(Quelle: Kfw-Gründungsmonitor 2015)

 

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