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Geschäftsklima sehr gut

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Geschäftsklima sehr gut

Geschäftsklima bleibt auch im Schlussquartal sehr gut

Das Jahr 2016 geht mit dem besten Geschäftsklima auf dem deutschen Beteiligungskapitalmarkt seit 2007 zu Ende. Im vierten Quartal steigt der Geschäftsklimaindex des German Private Equity Barometers um 2,5 Zähler auf 62,1 Saldenpunkte. Der Indikator für die aktuelle Geschäftslage legt dabei um 4,4 Zähler auf 64,6 Saldenpunkte zu, der Indikator für die Geschäftserwartung um 0,6 Zähler auf 59,5 Saldenpunkte. Die Beteiligungsinvestoren sind sich allerdings uneins in der Bewertung des Geschäftsklimas. Während die Spätphaseninvestoren das Jahr in Rekordlaune beenden, kippt die Stimmung der Frühphaseninvestoren wieder ab.

 

Das Jahr 2016 war erfreulich für den deutschen Beteiligungskapitalmarkt. Es war das Jahr mit dem im Mittel bisher besten Fundraisingklima und dem geringsten Abschreibungsdruck sowie einem sehr guten Exitklima. Kehrseite waren allerdings sehr hohe Einstiegspreise für Beteiligungen. Bereits 2015 waren die Investoren so unzufrieden mit den Preisen wie nie zuvor – daran hat sich auch 2016 nichts geändert.

 

Spätphaseninvestoren zum Jahresende in Rekordlaune

Die Spätphaseninvestoren nehmen die Dynamik aus dem Stimmungsumschwung im Vorquartal mit und beenden das Jahr mit einem Geschäftsklima auf Rekordstand. Der Geschäftsklimaindikator steigt im vierten Quartal 2016 um 12,0 Zähler auf 70,7 Saldenpunkte. Der Indikator für die aktuelle Geschäftslage legt dabei um 12,4 Zähler auf 73,9 Saldenpunkte zu, der Indikator für die Geschäftserwartung um 11,6 Zähler auf 67,6 Saldenpunkte. Für das Erreichen der Bestmarke dürfte ein abermaliger Anstieg des Fundraisingklimas (ebenfalls auf ein Rekordniveau) entscheidend gewesen sein. Unterstützt wurde dies durch eine Erholung der Nachfragequalität sowie einem sehr guten Umfeld bei Exitmöglichkeiten und Abschreibungsbedarf. Rekordhohe Einstiegspreise für Beteiligungen sind allerdings die Kehrseite des sehr guten Fundraisingklimas – weniger Investitionsgelegenheiten stehen steigende Investitionsmittel gegenüber. Denn die Bewertung der Nachfrage nach Beteiligungskapital ist im Schlussquartal ebenfalls auf einen Tiefpunkt gefallen.

 

Investoren bleiben in bester Stimmung

Das Geschäftsklima auf dem deutschen Beteiligungskapitalmarkt bleibt im Schlussquartal 2016 insgesamt gut. Dabei übertönen die Spätphaseninvestoren in Rekordstimmung allerdings etwas die Frühphaseninvestoren, deren Stimmung wieder abkühlt, aber trotzdem noch gut bleibt. Die beiden im Schlussquartal stattgefundenen Ereignisse mit weltwirtschaftlicher Relevanz – die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten und die von der FED realisierte Zinswende – beeinflussten diese Entwicklung vermutlich nicht. Direkte kurzfristige Auswirkungen auf den deutschen Beteiligungskapitalmarkt sind und waren davon zumindest nicht zu erwarten. Mittelfristig könnten Auswirkungen – positive wie negative – spürbar sein, falls sich durch Folgemaßnahmen die transatlantische Mobilität von Kapital und Unternehmen verändert.

 

Auch in Deutschland gab es wirtschaftspolitisch Bewegung. Ende Dezember wurde das Gesetz zur Weiterentwicklung der steuerlichen Verlustverrechnung bei Körperschaften verabschiedet. Es ermöglicht Unternehmen, aufgelaufene Verluste auch nach Änderungen im Gesellschafterkreis, wie etwa beim Einstieg einer Beteiligungsgesellschaft, steuerlich zu nutzen. Dies ist vor allem für VC-Geber relevant; deren Bewertung des steuerlichen Umfelds ist entsprechend so gut wie seit zehn Jahren nicht mehr. Dazu beigetragen hat sicher auch, dass ab 2017 Veräußerungsgewinne von Beteiligungen aus dem Programm „INVEST Zuschuss für Wagniskapital“ quasi steuerfrei gestellt sind.

 

„Ausschlaggebend für die gute Stimmung der Beteiligungsinvestoren ist, dass wir bei Fundraising und Exits, also am Anfang und am Ende des Beteiligungsprozesses, aktuell die besten Bedingungen seit nahezu zehn Jahren vorfinden“, sagt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW. „Nur dazwischen, beim Abschluss der Deals, sind die Investoren unzufrieden, teilweise mit der Stärke ihres Dealflows, insbesondere aber mit den hohen Einstiegspreisen. Diese sind allerdings die Kehrseite des hervorragenden Umfelds bei Fundraising und Exits – und damit ein unvermeidbarer Wermutstropfen.“

 

„Das Umfeld für Beteiligungskapital bleibt alles in allem vorteilhaft. Nicht einmal die hohen Unternehmensbewertungen können auf die Stimmung schlagen, denn diese zahlen sich wiederum beim Beteiligungsverkauf positiv für die Investoren aus“, ergänzt Ulrike Hinrichs, geschäftsführendes BVK-Vorstandsmitglied. „Gerade die gute Fundraising-Stimmung freut uns. Sie sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir gerade für Venture Capital-Fonds mehr einheimische Investoren benötigen. Im Venture Capital-Bereich hat zudem die Politik mit ihren Weichenstellungen bei den Verlustvorträgen und beim INVEST-Zuschuss positive Impulse gesetzt, so dass wir insgesamt hoffnungsfroh ins Jahr 2017 schauen.“

 

(Quelle: Kfw.de)