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Eigenkapital von kleinen und mittleren Unternehmen

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Die Eigenkapitalquote, gemessen als haftendes Eigenkapital in Relation zur Bilanzsumme, gilt als eine wichtige Kenngröße der Robustheit und Risikotragfähigkeit von Unternehmen. Im Gegensatz zu der hohen Bedeutung als Maßstab der finanziellen Verfassung der Unternehmen und dem Schutz gegen Insolvenzen, ist die statistische Datenlage über diese wichtige Kenngröße für die Gesamtpopulation der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) immer noch unbefriedigend. Es gibt nicht die eine repräsentative Eigenkapitalquote für den Mittelstand, sondern nur mehr oder minder repräsentative Kennzahlen für Ausschnitte aus der Gesamtheit kleiner und mittlerer Unternehmen. Dies liegt daran, dass es in Deutschland keine nationale Bilanzdatenbank gibt, die die Jahresabschlüsse aller Unternehmen erfasst, sondern jeweils Datenbanken von verschiedenen Institutionen mit unterschiedlichen Berichtskreisen. Die z.T. erheblich divergierenden Eigenkapitalquoten sind daher dem Umstand geschuldet, dass je nach Datenbasis unterschiedliche Teilbereiche erfasst werden. Eine Zusammenführung der Datenbasen der Institutionen ist bisher nicht möglich. Eine der bedeutendsten Quellen ist die Deutsche Bundesbank, die mit einem Hochrechnungsverfahren die durchschnittliche Eigenkapitalquote für ca. 2,2 Mio. Unternehmen schätzt.

Nach Angaben der Deutschen Bundesbank ist die durchschnittliche Eigenkapitalquote von 24,5% im Jahre 2007 auf 24,8% im Jahre 2008 gestiegen. Nach der vorläufigen Schätzung hat sich diese positive Entwicklung auch im Jahre 2009, für das eine durchschnittliche Eigenkapitalquote von 25,5% ermittelt wurde, fortgesetzt. Allerdings bestehen zwischen kleinen und mittleren Unternehmen und Großunternehmen immer noch große Unterschiede in der Eigenkapitalausstattung: Kleine und mittlere Unternehmen weisen trotz des sehr starken Aufwuchses der Eigenkapitalausstattung in dem Zeitraum 1997 bis 2009 eine deutlich niedrigere Eigenkapitalquote auf als Großunternehmen. Im Jahr 2009 lag die Eigenkapitalquote der KMU bei 20,0% und die der Großunternehmen bei 27,9%.

(Quelle: IfM Institut für Mittelstandsforschung, Bonn)