Fördermittel Deutschland
open

Das Handwerk und Gewerbe in Zahlen

Home / Das Handwerk und Gewerbe in Zahlen

Nach Angaben des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) waren Ende 2009 insgesamt 975.316 Handwerksbetriebe registriert. Die Handwerksordnung  (Grundzüge der Handwerksordnung) unterteilt das Handwerk in das zulassungspflichtige Gewerbe (Anlage A) und das zulassungsfreie Gewerbe (Anlage B1) sowie das zulassungsfreie handwerksähnliche Gewerbe (Anlage B2). Mit 602.017 Betrieben entfällt der größte Teil der Handwerksbetriebe auf die zulassungspflichtigen Gewerbe, auch als zulassungspflichtiges Vollhandwerk bezeichnet (61,8%). Zum zulassungsfreien Handwerk zählen 185.938 Betriebe oder 19,1% und zum handwerksähnlichen Gewerbe 186.828 Betriebe oder 19,2% aller Handwerksbetriebe.

Die Handwerksbetriebe erzielten 2009 nach Schätzungen des ZDH rund 487,9 Mrd. € Umsatz und beschäftigten ca. 4.749.000 Arbeitnehmer. Das zulassungspflichtige Handwerk trägt – gemessen an seinem Anteil am Betriebsbestand – mit einem Anteil von 74,7% bzw. 89,5% überproportional zur Beschäftigung bzw. zum Umsatz im Handwerk bei. Das zulassungsfreie Handwerk vereint auf sich 18,3% aller Beschäftigten, jedoch nur 7,5% aller Umsätze. Das zulassungsfreie handwerksähnliche Gewerbe erreicht hingegen nur einen Beschäftigtenanteil von 7,0% und einen Umsatzanteil von 3,0%. Hierin äußert sich die deutlich kleinbetrieblichere Größenstruktur des handwerksähnlichen Gewerbes: Während im zulassungspflichtigen Vollhandwerk durchschnittlich 6 Mitarbeiter beschäftigt sind, beträgt die durchschnittliche Beschäftigtenzahl im zulassungsfreien Handwerk 5 Personen und im handwerksähnlichen Gewerbe nur knapp 2 Mitarbeiter.

Insgesamt wurden 2009 im Handwerk nach vorläufigen Angaben des ZDH 461.502 Personen ausgebildet. Damit sind 26,0% aller Auszubildenden in Deutschland im Handwerk tätig.

Betrachtet man die Entwicklung des Handwerks im Zeitablauf, so war im Zeitraum 1991 bis 2000 nur ein moderates Wachstum, von  2000 bis 2002 sogar ein Rückgang des Betriebsbestands zu verzeichnen. Erst die Novellierung der Handwerksordnung zum 01.01.2004 brachte eine Trendumkehr.

Die Reform ermöglicht in 53 Gewerben die Neugründung von Handwerksbetrieben ohne Meisterbrief. In der Folge stieg die Anzahl der Handwerksbetriebe in diesen zulassungsfreien Gewerben, was zu einem Anstieg der Gesamtzahl der Handwerksbetriebe im Jahr 2004 gegenüber 2003 um 4,8 % führte. Seitdem steigen die Betriebszahlen weiter stetig an, allerdings von Jahr zu Jahr schwächer. Der Zuwachs resultiert dabei nur noch aus dem zulassungsfreien Handwerk.

(Quelle: IfM Institut für Mittelstandsforschung, Bonn und Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH))